Die Kreisjägerschaft Oberberg informiert:
Am vergangenen Wochenende führte die Kreisjägerschaft Oberberg ihre ersten beiden, durch das LANUV zertifizierten, Fangjagdlehrgänge gem. § 29 DVO LJG-NRW durch.
Durch das Ausbilderteam der KJS Oberberg, Revierjäger Benjamin Siebrecht, Volker Grossmann und Wolfgang Olbrich wurden am Samstag und am Sonntag jeweils 15 Teilnehmer beschult, die dadurch dann qualifiziert und ermächtigt sind, die Fallenjagd in den jeweiligen Revieren durchführen zu dürfen.
Der Kreisvorsitzende und seit Samstag auch Mitglied des Präsidiums des Landesjagdverbandes NRW, Herr Bernd Steinhausen, selbst übrigens am Sonntag Teilnehmer des Lehrganges, betont die zunehmende Wichtigkeit der Fallenjagd im Oberbergischen Kreis. Vor allem hat sich hier der Neozoon Waschbär dermaßen rasant verbreitet, dass es neben einer Vielzahl von Problemen in Wohngebieten auch dazu führt, dass hier sehr stark in das biologische Gleichgewicht und damit direkt in die Artenvielfalt der Fauna des oberbergischen Kreises eingegriffen wird. Der intelligente Räuber ist äußerst geschickt und klettert hervorragend, wodurch er eine direkte Bedrohung für alle Vogelarten darstellt, da er sowohl Gelege als auch Jungvögel direkt aus den Nestern der Bäume entnehmen kann. Zudem greift er direkt in den Bereich der Amphibien ein und richtet dort einen fast irreversibelen Schaden an, wenn hier die Jagd auf diesen Räuber nicht schnellstmöglich in den (Jagd-)Revieren des oberbergischen Kreises angegangen wird. Daher war auch mit Reiner Stegemann ein örtlicher Nabu-Vertreter beim Lehrgang dabei, der die Gefahren durch diese Neozoen ebenfalls als erheblich herausstellt und nach Wegen gesucht werden muss, um hier im Kreis Gehör zu finden und die Möglichkeiten durch eine Kooperation im Sinne des Naturschutzes zwischen dem Nabu und der KJS Oberberg zu vertärken.
Auch in der Waschbär- und Marder-AG der KJS Oberberg ist der Waschbär mittlerweile zu einem großen Problem in den Wohngebieten (jagdlich sog. befriedete Gebiete) geworden und richtet hier einen immensen Schaden, i.d.R. in den Dachstühlen an, die nicht selten in den 5stelligen Bereich gehen können. Hier leistet die Kreisjägerschaft mit den berechtigten Fallenjägern ehrenamtlich ungezählte Stunden. Vorwiegend wird hier dahingehend beraten, wie die Probleme mit Waschbär und Co. vermieden werden können. Sei es durch bauliche Maßnahmen, Bepflanzung in Hausnähe, Vergrämung oder ultima ratio, während der gesetzlichen Jagdzeit, durch das Aufstellen von Fallen. Oft sind es aber auch die Bewohner selber, die, meist unbewusst, zum Einzug des Waschbärs oder des Marders auffordern, indem man draussen Katzen- / Hunde- und/oder Vogelfutter ausbringt. Ein gedeckter Tisch also für unsere Kulturfolger. Auch schlecht gesicherter Hausmüll oder Essensreste sind ein magischer Anziehungspunkt. Übrigens auch für Ratten und Mäuse!
Die Fallenjagdausbildung im Oberbergischen Kreis legt besonderen Wert auf eine praxisnahe Ausbildung. Im theoretischen Teil wird daher viel Wert auf die Beachtung der rechtlichen Gegebenheiten gelegt, die aufgrund der langjährigen Erfahrung der Ausbilder immer mit praktischen Beispielen erläutert werden können. Alle drei Ausbilder betreiben bereits seit vielen Jahren in ihren Revieren die Fangjagd und sind zum Teil auch schon seit Jahren Mitglied in der Waschbär- und Marder-AG und kennen daher auch die Problemstellungen in den bewohnten Gebieten zwischen Mensch und Wildtier sehr genau. Der praktische Teil des Fangjagdseminars wird dabei in einem oberbergischen Revier abgehalten, in welchem alle Fallen fest eingebaut sind und sich während der Jagdzeit auch im fängischen Zustand befinden. Also nicht nur an blanken Fallen sondern so, wie die Fallenjäger sie später auch in ihren Revieren einbauen könnten, um einen guten Fangerfolg zu erzielen. Aus der Praxis für die Praxis lautet hier der Slogan der KJS!
Sowohl Ausbilder als auch die ersten 30 neuen Fallenjäger im Oberbergischen Kreis waren vom Lehrgang begeistert. Nebenbei konnte die KJS Oberberg dadurch 6 neue Interessenten für die Waschbär- und Marder-AG gewinnen und damit das Netz mit Fangjagdbeauftragten in befriedeten Gebieten des Oberbergischen Kreises weiter verdichten. Ziel ist es hier jedes Gemeindegebiet mit mehreren Beauftragten zu versehen, die dann betroffenen Bürgern schnell und effizient zu Hilfe kommen können. Verantwortlich für die gesamte Koordination ist hier der Kreisobmann für die Fangjagd in der KJS Oberberg, Herr Jörg Multhaup. Die Kontaktdaten der regionalen Beauftragten finden Sie hier: https://oberberg.ljv-nrw.de/ag-marderfang/
Die nächsten beiden Lehrgänge finden am 14.06. und am 13.09.2025 statt! Informationen dazu erhalten Sie gerne bei auf der Geschäftsstelle unter: info@kjso.de (Voraussetzung zur Teilnahme ist mindestens eine bestandene Jägerprüfung!)+
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